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Ausstellung / Messe

Wort Schrift Zeichen - Das Alphabet der Kunst

Foyer: Das Alphabet der Dinge, von A wie Apfelsinenpresse bis Z wie ZIG ZAG Nähmaschine

Wann und wo?

Mittwoch, 29. Mai 2024, 12:00 Uhr

Über die Veranstaltung

»Im Anfang war das Wort«, heißt es am Beginn des Johannesevangeliums in einer der komplexesten Denkfiguren der Weltliteratur, denn »das Wort war bei Gott und das Wort war Gott […] und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.« Der Evangelist formuliert eine Ausschließlichkeit, die zum Widerspruch einlädt. Er könne das Wort »so hoch unmöglich schätzen«, ließ Goethe seinen Faust, den universalen Wissenschaftler, ausrufen, um darüber nachzudenken, ob es nicht »Sinn«, »Kraft« oder schließlich die »Tat« sein müsste, die noch vor dem Wort am Anfang der Schöpfung stand. Auf Kunst bezogen müssen wir uns fragen, ob die Tat oder das Denken ein Kunstwerk bestimmt, bzw. ob Kunst allein denkbar ist, oder ob sie nicht prinzipiell einer anschaulichen Form bedarf. Und wie steht es um das Verhältnis von Wort und Bild? Stehen beide Möglichkeiten der Weltaneignung in Konkurrenz zueinander oder liefert uns die Kunstgeschichte nicht etliche Beispiele dafür, dass sie auch im Zusammenspiel wirken können? Wort Schrift Zeichen sind die Themenfelder unserer Jahresausstellung. Denn wenn das Wort Dauer haben soll, ist es an die Schrift gebunden, die sich ihrerseits von den linearen Möglichkeiten der Zeichnung herleitet und selbst Zeichen ist. Wann genau wird aus einer Zeichnung ein Zeichen? Und wie steht es um dessen Ambivalenz? Wie sehr ist die Lesbarkeit von Zeichen an einen Codex gebunden, an eine kulturelle Vereinbarung, die orts- und zeitbezogen ist? Was geschieht mit missbrauchten Worten, wenn die Taten mit ihnen nicht im Einklang stehen, und wie sehr sind Worte und gerade auch Zeichen bis in unsere jüngste Gegenwart hinein mit Machtansprüchen verbunden? Mit Werken aus vielen Jahrhunderten liefert unsere Sammlung den Stoff, um über diese Fragen nachzudenken – mit Kunst, die ihre eigene Wirklichkeit darin findet, dass es Kontexte gibt, die mit Worten nicht benannt werden können. Das Alphabet der Kunst in einer Ausstellung sichtbar zu machen, formuliert hohe Ansprüche. Wir behalten sie im Auge und fühlen uns frei, unsere Sammlung von A bis Z einmal durchzubuchstabieren. Ein Alphabet der Dinge aus unserer Werk- und Formensammlung macht diesmal im Foyer den spielerischen Anfang.

Ausgestellte Werke vom 4. bis zum 21. Jahrhundert, von der Apfelsinenpresse bis zum Zauberstab, von koptischen Textil bis zur mechanisierten Skulptur, vom Video zum mittelalterlichen Tafelbild: Werke u.a. von: Birgit Antoni | Martin Assig | Giampaolo Babetto | Monika Bartholomé l Kurt Bennig | Anna Blume | Louise Bourgeois | Buchkinder Leipzig | Henrick Douwermann | Felix Droese | Olaf Eggers | Hans-Peter Feldmann | Conrad Felixmüller | Terry Fox | Martin Frommelt | Bettina Gruber | Martha Hegemann | Rebecca Horn | Bethan Huws | Leiko Ikemura | Buket Isgören | Franz Ittenbach | Hans Josephsohn | Leonhard Kern | Klasse für Buchkunst Burg Giebichenstein | Robert Klümpen | Jannis Kounellis | Dieter Krieg | Susanne Kümpel | Jae-Young Lee l Stefan Lochner | Meister der Ursulalegende | Bärbel Messmann | Rune Mields | Chris Newman | Marcel Odenbach | Thomas Rentmeister | Raymond Roussel | Hartmann Schedel | Lothar Schreyer | Richard Serra | Andy Warhol | Philipp Wewerka | Dorothee v. Windheim
 

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Kolumba Kunstmuseum des Erzbistums Köln, Kolumbastraße 4, 50667 Köln

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